In vielen
Betrieben wird besamen zur Routinetätigkeit. Ganz leicht können sich
betriebliche Fehler einschleichen, die sehr häufig für unzufriedene Ergebnisse
stehen. Absetzen – Stimulieren – Besamen ist der wichtigste Bereich für
eine rentable Ferkelproduktion. Nur wenige Stunden sind entscheidend für die
Wurfgröße. Lesen Sie mehr ...............
- Versuchen Sie Einblick über die Brunstdauer Ihrer Sauen zu bekommen. Wenn Sie darüber Bescheid wissen, finden Sie sicherlich den besten Besamungszeitpunkt. Notieren sie sich den Absetztag, Uhrzeit, Wurfnummer, den Beginn und das Ende der Brunst.

- Verwenden Sie ein System mit Farben, dass bei der täglichen Brunskontrolle über den Verlauf der Rausche einen bildhaften Eindruck vermittelt.
- Um höchste Befruchtungsergebnisse zu erzielen ist die erste Besamung 24 Stunden vor dem Eisprung vorzunehmen. Die Ovulation erfolgt üblicherweise im letzten Drittel der Brunst. Eine Besamung nach der Ovulation verschlechtert wesentlich die Ergebnisse. Spermienzellen kommen zu spät in den Eileiter. Folglich muss Absetzzeit und Besamungszeitpunkt aufeinander abgestimmt sein.

- Besamen Sie nur Sauen die 100%ig rauschig sind und einen deutlichen Stehreflex zeigen. Dieser Stehreflex ist wichtig, weil das Sperma aktiv über die Gebärmutter zum Eileiter transportiert wird. Ruhig stehende Sauen saugen selbst das Sperma aus der Tube an. Gleichzeitig sinkt das Risiko von Infektionen in die Gebärmutter.
- Reinigen Sie die Scheide. Mit der Küchenrolle entfernen Sie den Schmutz, anschließend mit feuchten Eutertüchern die in desinfizierter Lösung getränkt sind, wird die Scheide hygienisch sauber gemacht. Hygiene ist ganz wesentlich für den Erfolg. Sanftes Drücken auf die Flanken, anlegen eines Bügel, Decksackes oder Besamungsgurt wirkt sich günstig auf den Stehreflex aus.

- Abhängig vom Deckstand wird die Tube aufgehängt oder über eine Verbindung zum Katheder so befestigt, dass Sperma weitgehend alleine ohne Druck von außen aufgesogen wird. Je bedienerfreundlicher Ihr System ist, umso rascher geht die Besamung vonstatten. Der wichtige Stehreflex und die damit verbundene Hormonausschüttung ist nur für einen begrenzten Zeitraum vorhanden. Zwischen erster und letzter Sau sollen nicht mehr als 35 Minuten vergehen. Dabei ist eingerechnet Stimulieren, Katheder einsetzen und Tube aufsetzen.

- Ein intensiver Eberkontakt ist das allerwichtigste beim Besamen. Der Eber muss vor dem Kopf der Sauen laufen. Er muss weiters Sicht- Geruchs- und Hörkontakt mit den Sauen aufnehmen können. Die Stimulierung soll immer nur für 6-8 Sauen vorgenommen werden. Folglich ist eine Absperrung wichtig und notwendig. Aus Handlinggründen soll diese vom Ende der Deckbucht aus zu bedienen sein. Eine akustische Hilfe beim Stimuliervorgang ist das Abspielen einer CD mit Ebergeräuschen. (Kann über die Station bestellt werden.)

- Nachbesamt sollen nur jene Sauen werden die 16 Stunden nach der Erstbesamung einen deutlichen Stehreflex zeigen. Am Ende der Rausche lässt die Schutzfunktion der Gebärmutter gegen bakterielle Infektionen nach, was in der Folge zu Entzündungen führen kann. Sauen die nicht mehr dulden auch nicht mehr besamen.
- Vermeide jeglichen Stress beim Besamen. Die Sauen sollen die nächsten vier Wochen am selben Platz bleiben können. Geht das nicht, so ist gleich im Anschluss an die Besamung umzugruppieren. Die Rangordnung sollte gleich nach dem Absetzen hergestellt werden. (Arena mit mindestens 4 m²/Sau kann dabei eine Hilfe sein.) Ängstliche Sauen aber auch verletzte Sauen haben mehr embryonale Verluste. Achten Sie welche Sauen öfter umrauschen.
- Nutzen Sie das Wissen von Spezialisten überprüfen sie aber auch durch Analyse der Kennziffern, wo vielleicht Schwächen auf Ihrem Betrieb vorliegen können.
A. Liebscher
Fotos: A. Liebscher
Grafiken: GFS Ascheberg